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Der Systemische Lupus Erythematodes, kurz SLE, ist eine heimtückische Autoimmunerkrankung. Eine neue Selbsthilfegruppe unterstützt Betroffene.
Salzburger Nachrichten vom 24. Februar 2007
Diese Erkrankung des Immunsystems ist zwar relativ selten, doch ebenso vielschichtig und meist chronisch entzündlich.
Bei SLE greift das Immunsystem nicht nur in den Körper eindringende Feinde wie Viren oder Bakterien an. Aus noch ungeklärten Ursachen produziert ein durch SLE gestörtes Abwehrsystem irrtümlich Antikörper, die sich gegen Kerne der körpereigenen Organzellen und andere Zellbestandteile richten. Diese Reaktion ist nicht mehr unter Kontrolle zu bringen, verselbständigt sich und kann zu Entzündungen in allen Organen des Körpers führen. Bis heute ist diese Erkrankung nicht heilbar, bestenfalls durch Medikamente einzuschränken.
Der tückische Wolf zeigt sich am typischsten im sogenannten Schmetterlingserythem. Dabei rötet sich das Gesicht meist über Wangen und Nase, verbunden mit Brennen der haut, Haarausfall und erhöhter Sonnenempfindlichkeit.
Doch SLE macht auch vor Schädigungen der Gelenke, der Nieren, der Lunge, des Herzens und der Blutgefäße nicht Halt. Betroffen ist oft auch das Nervensystem: von Migräne über Krampfanfälle bis hin zu Depressionen und Psychosen. Veränderungen des Blutbildes durch Verminderung der Blutkörperchen und Blutplättchen führen zu Störungen der Gerinnung und zur Häufung von Thrombosen.
Ist die Niere nicht beeinträchtigt, haben die Erkrankten unter SLE zwar erheblich zu leiden, sind aber in ihrem Leben nicht bedroht. In den seltensten Fällen kann bei Nierenschädigung der SLE auch tödlich verlaufen. Dass die Erkrankung mit zunehmendem Alter an Intensität verliert, ist da nur ein schwacher Trost. Als Auslöser werden körperliche und psychische Belastungen ebenso vermutet wie Infektionskrankheiten, Sonnenlicht, Schwangerschaft und Medikamente.
Neue Selbsthilfegruppe in Bad Reichenhall
Diesen Feind im eigenen Körper sagt jetzt die neugegründete Regional-Gruppe der SLE-Selbsthilfegemeinschaft e.V. in Bad reichenhall den Kampf an. Gemäßigte Lebensführung und entsprechende Verhaltensweisen dienen auch hier als Grundlage erfolgversprechender Krankheitsprophylaxe. Daneben zielt die medikamentöse Therapie darauf ab, den Betroffenen die Symptome zu erleichtern.
Hierbei Hilfestellung zu geben ist das Ziel der ersten und einzigen SLE-Gruppe in Süd-Bayern und dem Grenzgebiet. Bislang fehlen vergleichbare Einrichtungen, auch in Österreich – mit Ausnahme einer Forschungsgruppe an der Uni Wien. Dort wird derzeit zusammen mit der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) SLE als die "größte selten Erkrankung" erforscht.
In Deutschland ist dazu zum 20 jährigen Bestehen der Selbsthilfegemeinschaft 2006 eine Stiftung gegründet worden, die sich der Erforschung und Schaffung von Spezial-Ambulanzen verschrieben hat. Unter der Schirmherrschaft der Gattin des Bundespräsidenten werden Spendengelder gesammelt, um die Vernachlässigung kleiner Patientengruppen vermeiden zu können. Betroffenen und Interessierte werden durch eine Aussendung viermal im Jahr beraten und informiert.
Von Max Oberwegner